Otto Wevelsiep in der Regionalpresse
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Abhängige bei Kunstprojekt von "Werkhaus"
Von Sabine Naber
"Hört beim Malen auf die Musik und lasst eurer Phantasie freien Lauf." So ermuntert Heinz Kocks, Vorsitzender der Künstlergruppe "Werkhaus" seine acht Schülerinnen und Schüler, die sich unter dem Motto "Kunst statt Sucht" in den Räumen des Farbengeschäftes Wevelsiep an der Wiedenhofstraße zu einem ganz besonderen Malkurs treffen.
Die Frauen und Männer kommen vom "Haus Remscheid", einem Langzeitwohnheim für alkohol- oder medikamentenabhängige Menschen in Lüttringhausen. "Wir haben uns bei Wevelsiep einmal gemeinsam mit unseren Bewohnern eine Bilderausstellung angesehen und waren von der Acrylmalerei ganz begeistert", erzählt die Betreuerin Nadine Tohms, die selbst bei Heinz Kocks malen gelernt hat. "Ganz wichtig für die Patienten" "Wir hoffen hier auf Anregungen und wissen, dass es für unsere Patienten ganz wichtig ist, aus dem Wohnheim rauszugehen und einmal andere Ansprechpartner zu haben. Das stärkt das Selbstwertgefühl", weiß die Ergotherapeutin und ist froh, dass die Firma Farben und Papier für diesen Kurs zur Verfügung stellt.
Diese Erfahrung hat auch Heinz Kocks schon vor vielen Jahren gemacht: "Vor ungefähr 15 Jahren ist die Gruppe Werkhaus in die Feldstraße ins Haus Remscheid gegangen und hat dort mit den Patienten gewerkelt. Unser Ziel war es damals, die Türen zu beiden Seiten hin zu öffnen", erinnert sich der Maler, der mit seinen 74 Jahren beruflich jetzt eigentlich kürzer treten wollte. "Aber es macht ja auch Freude zu sehen, mit welcher Begeisterung die Leute hier dabei sind". Um akademisches Malen geht es in diesem Kurs, der mit einer Bilderausstellung nach sechs Wochen enden soll, absolut nicht. Zu Beginn hat Kocks die Farben kurz geschildert, und dann ging es auch schon los. Landschaften und Blumenstilleben, Abstraktes und Phantastisches entstand.
"Die vorderen Bäume kann man etwas stärker herausholen, aber hier sind schon wunderschöne lichte Farben reingebracht. Und das ist eine Figur, die es nicht gibt, aber es ist eine tolle Arbeit", lobt und unterstützt er seine Gruppe, gibt Tipps und spornt an. "Ich habe schon immer gerne gemalt - aber sonst nicht so wild mit den Farben", ist eine der Patientinnen ganz erstaunt, was da auf ihrem Papier entstanden ist. "Alle Bilder schön verwahren, dann sehen wir die Entwicklung", sagt Kocks und ist überzeugt, dass Malen dabei hilft, die Emotionen los zu werden.
Quelle: rga-online, 7. 7. 2005