PINGUINALE

Große Fortschritte beim "Eisbär im Pinguinkostüm"
Von Christoph Elles

Remscheid. Andrea Streller ist extra noch mal in den Zoo
gefahren: Eisbären fotografien, Pinguine beobachten,
Skizzen zeichnen. "Die Schnauze des Bären ist das
Hauptproblem, denn die ist auf den meisten Bildern nur als
schwarzer Fleck zu erkennen", sagt die 35-Jährige, die den
RGA-Pinguin zum 125-jährigen Jubiläum des Wuppertaler Zoos
gestaltet - als von der Jury preisgekrönten "Eisbär im
Pinguinkostüm".

Da muss sie natürlich genau wissen, wie die Schnauze
aussieht und welche Schatten wo und wie auf das
Bärengesicht fallen. "Es muss realistisch sein", findet
sie. "So ein Plüschkopf hätte da nicht reingepasst."Im
kleinen Atelier, das die Grafikerin sich im Werkraum ihrer
Vermieter einrichten durfte, steht der 1,80 Meter große
Pinguin und sieht schon verdammt genial aus. Einen
grau-schwarzen Frack aus Acrylfarbe hat Andrea Streller dem
Vogel angezogen: "Es ist nämlich ein Irrtum, dass das
Gefieder nur pechschwarz ist", hat sie festgestellt. Auch
das Gesicht des Pinguins blickt schon richtig freundlich in
die Welt. "Der will bestimmt schwimmen gehen", scherzt die
Künstlerin mit Blick auf den Gartenteich vor der Tür. Seit
sie vor einem Monat erfuhr, dass sich ihr Entwurf unter
fast 300 Vorschlägen der RGA-Leser als Sieger durchgesetzt
hat, ist aus Andrea Streller eine begeisterte Pinguinistin
geworden. "Es macht einfach Riesenspaß", sagt sie. Jeden
Tag nach der Arbeit und an den Wochenenden bemalt sie den
Vogel mit rauen Mengen an Farbe, gesponsert von der
Remscheider Firma Wevelsiep.
Und nicht nur der große RGA-Vogel hat es Andrea Streller
angetan: Sie hat sich auch zusammen mit ihrem Freund einen
kleinen Pinguin zugelegt, den der Zoo neuerdings anbietet.
Der 65 Zentimeter große Geselle wird heute abgeholt und
anschließend ebenfalls bemalt. "Für den entwickele ich noch
mal ein paar neue Ideen", freut sich die Künstlerin. Mit
der Arbeit am großen Bruder hat Andrea Streller vor etwa
zwei Wochen begonnen, hat zunächst zweimal grundiert und
sich dann an die Feinarbeiten gemacht. Der Eisbär, der sich
im Pinguin-Outfit versteckt, ist bislang nur eine
Bleistiftzeichnung, auch der Reißverschluss seines Kostüms
ist nur andeutungsweise erkennbar. "Aber es wird", ist sich
Andrea Streller sicher. Bis Anfang nächster Woche soll der
Vogel fertig sein, damit er als Hauptattraktion einer
Pinguin-Ausstellung im Foyer des RGA-Medienhauses stehen
kann. Einstweilen hat er noch in Andrea Strellers Keller
sein Zuhause - und begeistert jeden, der ihn zu sehen
bekommt. "Mein achtjähriges Patenkind hat ihn gleich mal in
den Arm genommen", erzählt Andrea Streller. Und Freunde der
Künstlerin verabschieden sich neuerdings am Telefon mit
"Grüß uns den Pinguin!".


PINGUINALE
(red). Die Pinguinale wird vom Wuppertaler Zoo
veranstaltet. Anlass ist dessen 125-jähriges Jubiläum in
diesem Jahr. Firmen aus der Region haben 175
Pinguin-Modelle erworben, um sie zu gestalten. Auch der RGA
kaufte einen der 1,80 Meter großen Vögel und veranstaltete
einen Leser-Wettbewerb, den Andrea Streller im Januar
gewann. Der von ihr gestaltete Pinguin wird am 19. August
mit seinen 174 Kameraden in einer großen Pinguinparade zum
Wuppertaler Zoo ziehen.